Vortrag oder Referat über biologische Früchte
Informationen über Bio-Anbau für Referate
Jeden Tag essen wir Fleisch, Gemüse, Eier und vieles mehr. Dieses ganze Essen kommt vom Bauernhof. Aber wie sieht die Arbeit von Bauern und Gärtnern eigentlich aus? Sie arbeiten nicht alle auf die gleiche Art und Weise. Im vergangenen Jahrhundert entstanden unterschiedliche Formen der Landwirtschaft. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich vieles im Landbau. Das lag unter anderem daran, dass die Bevölkerung durch die Hungersnot im Krieg Angst bekommen hatte. So etwas Schreckliches wollte man nie wieder erleben. Mit diesem Ziel vor Augen wurden große spezialisierte Landwirtschaftsbetriebe gebaut. Unter anderem durch den Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden gelang es, immer höhere Erträge zu erzielen.
Wettlauf
Der Erfolg hatte jedoch eine Schattenseite. Dadurch, dass die hohe Produktion im Mittelpunkt stand, verlor man das Wohl der Umwelt und der Tiere aus den Augen. Der Boden und die Tiere wurden durch den immer schneller vorangetriebenen Wachstumsprozess buchstäblich ausgelaugt. Als Reaktion darauf entstand die biologische Landwirtschaft, eine umwelt- und tierfreundliche Form des Landbaus. In den letzten Jahren steigen immer mehr Bauern auf diese nachhaltige Arbeitsweise um.
Wo gibt es das zu kaufen?
Bio ist in. Immer mehr Geschäfte verkaufen Bioprodukte.
Affen haben es lieber ungespritzt
Nicht nur Spitzenköche, sondern auch Affen haben es lieber biologisch! Die Affen im Zoo von Kopenhagen rühren konventionell angebaute Bananen und Obst nicht an, wenn sie auch biologische Produkte bekommen. Das haben die Tierpfleger herausgefunden. Der dänische Zoo füttert die Tiere zu 10 % mit Produkten aus biologischem Anbau. „Die Tapire und die Schimpansen fressen lieber Biobananen”, erklärt der Zoobesitzer Niels Melchiorsen. „Wenn wir den Schimpansen biologische und konventionelle Bananen vorsetzen, dann greifen sie systematisch zu den biologischen. Der andere Unterschied ist, dass sie die konventionell angebauten Bananen erst schälen. Die Biobananen essen sie komplett mit Schale.“
Tierfreundlichkeit
Außer für die Umwelt wird auch viel für das Wohl der Tiere getan. Alle Tiere bekommen ausreichend Platz. Allerdings liegen die Erträge in der biologischen Landwirtschaft durchschnittlich 20 bis 30 % niedriger als in der sogenannten „konventionellen Landwirtschaft“. Im Geschäft sind Bioprodukte deshalb meistens teurer als andere Produkte. Manche sind sogar doppelt so teuer, aber der Preisunterschied kann auch gering sein. Es ist (noch) nicht wissenschaftlich nachgewiesen, dass biologische Produkte gesünder sind. Trotzdem kaufen viele Konsumenten Bioprodukte, weil sie Nahrungsmittel bevorzugen, die ohne Pestizide angebaut wurden.
EKO und Demeter
Biologisch erzeugte Produkte erkennt man am EKO-Label. Biologisch-dynamische Produkte haben außer dem EKO-Label auch ein Demeter-Label. Das EKO-Label garantiert, dass keine Kunstdünger und Pestizide eingesetzt wurden und dass die Tiere ein gutes Leben gehabt haben.
Wusstest du, dass... mehr Vögel auf Biofeldern und in deren Umgebung leben?
Greg Jones, Forscher an der Universität von Florida, entdeckte, dass auf Bio-Betrieben mehr Vögel leben als auf konventionellen Landwirtschaftsbetrieben. Sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt (die Anzahl der Arten) ist größer. Vor allem in biologischen Betrieben, in denen Sonnenblumen zwischen den Gemüsepflanzen wachsen, leben mehr Vögel. Der Forscher fand außerdem heraus, dass die meisten Vogelarten nützlich sind gegen Insekten. Jones: „Viele Landwirte wollen keine Vögel auf ihrem Land, weil sie Angst haben, dass sie Schäden anrichten. In Florida leben mehr als 200 Vogelarten auf dem Ackerland und in dessen Umkreis. Davon sind nur 10 Arten schädlich für die Nutzpflanzen. Alle anderen Arten sind Insektenfresser.“ Greg entdeckte, dass die Vögel gerne die Sonnenblumen nutzen, die 70 cm oder höher sind. Greg: „Die Vögel fliegen dann von den Blumen aus auf die Äcker, um nach Insekten zu suchen. Bei schlechtem Wetter finden sie unter den Blättern Unterschlupf. Ich habe sogar Vogelnester in den Sonnenblumen gesehen.“
Besser für die Natur
In der biologischen Landwirtschaft werden keine Pestizide und Kunstdünger verwendet. Biologische Landwirtschaft ist damit besser für die Umwelt und die Natur. An erster Stelle weil Biobauern und -gärtner keine Umweltgifte in die Luft, den Boden und das Wasser bringen. Und weil die biologische Landwirtschaft keinen Düngerüberschuss kennt (siehe Kapitel: natürlicher Kreislauf). An zweiter Stelle weil für die biologische Landwirtschaft keine verschmutzenden Fabriken notwendig sind, um Kunstdünger und Pestizide herzustellen.
Sauberes Trinkwasser
Naturschutzorganisationen wie die niederländischen Organisationen Staatsbosbeheer und Natuurmonumenten sind froh darüber, dass die Anzahl der biologischen Betriebe in den Niederlanden wächst. In der biologischen Landwirtschaft haben Wildpflanzen und -tiere bessere Chancen. Auch Trinkwasserversorger freuen sich über mehr biologische Landwirtschaft. Ein Mitarbeiter des VEWIN (niederländischer Verband der Wasserversorger) erklärt: „Durch den Einsatz von zu viel Dünger und Pestiziden wird das Grund- und Oberflächenwasser verschmutzt. Trinkwasserversorger müssen daraus Trinkwasser herstellen. Je schmutziger das Grund- und Oberflächenwasser ist, desto mehr muss es aufbereitet werden. Dadurch wird das Trinkwasser wiederum teurer. Und das ist nicht nötig, wenn es viele Bio-Unternehmen gibt, denn die verwenden keine Pestizide und weniger Dünger.“
Keine Gentechnik
In der biologischen Landwirtschaft ist genetische Manipulation verboten. Was genetische Manipulation ist? Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze oder Bakterie besteht aus Zellen mit darin enthaltenen Genen. Auf diesen Genen liegen unsere Erbanlagen. Wissenschaftler haben entdeckt, wie man die Erbanlagen von einem Menschen, einer Pflanze, einem Tier oder einer Bakterie auf einen anderen Organismus übertragen kann. Das kann praktisch sei. In den USA zum Beispiel haben Biotechnologen die Gene einer Maisart so verändert, dass die Pflanze selbst ein biologisches Schutzmittel gegen Insekten herstellen kann.
Ist Gentechnik gefährlich?
Dennoch sorgen sich viele Verbraucher. Können diese neuen Pflanzen aus dem Labor das natürliche System durcheinander bringen? Welche Auswirkungen haben sie auf unsere Gesundheit? Können die neuen Eigenschaften auch auf Wildpflanzen überspringen? In der Biolandwirtschaft arbeitet man möglichst natürlich. Deshalb ist genetische Manipulation verboten. Trotzdem wurden kürzlich biologische Tortillachips aus den Geschäften zurückgerufen, weil darin genmanipulierter Mais gefunden worden war. Wie konnte das passieren? Die Pollen der manipulierten Maispflanzen können vom Wind auf den Biomais übertragen werden. Das ist ein großes Problem. Biologica setzt sich gemeinsam mit anderen Organisationen dafür ein, biologische Produkte gentechnikfrei zu halten.
Natur beim Bauern
Natur und biologische Landwirtschaft passen sehr gut zusammen. Die Natur ist nicht nur schön, sondern für den Biobauern oder -gärtner auch sehr nützlich. Wusstet ihr, dass Kohlmeisen Raupen fressen und Marienkäfer scharf auf Blattläuse sind? Die Bauern schaffen mit Hecken, Blumenstreifen, Nistkästen oder Krötentümpeln einen Lebensraum für natürliche Feinde von Pflanzenschädlingen. Vögel, nützliche Insekten und kleine Tiere können dann die schädlichen Insekten im Zaum halten. Landwirtschaftlicher Naturschutz leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und den Schutz der einheimischen Flora und Fauna.
Die Natur kommt von alleine
Weil auf einem Biobetrieb keine Pestizide und Kunstdünger verwendet werden, entsteht von ganz alleine viel Natur auf biologischen Betrieben und in deren Umgebung. Der Bioobstbaubetrieb 't Gelders Eiland zum Beispiel bekommt regelmäßigen Besuch von Hirschen, die in der Obstplantage grasen. Und auf den Weiden des Milchviehunternehmens De Hemelrijksche Hoeve in Biezenmortel sucht sich jeden Abend ein Dachs seine Mahlzeit zusammen. Außer der „spontanen“ Natur treffen Bauern und Gärtner auch selbst zusätzliche Maßnahmen, um Wildtiere und -pflanzen aktiv auf ihr Land zu locken. Welche Tiere und Pflanzen sind nützlich und was unternimmt der Bauer?
Frösche und Kröten
Auf vielen Biobetrieben haben Bauern auf den Weiden oder entlang der Äcker Froschtümpel angelegt. Hier finden seltene Pflanzen, Libellen und Wasserlebewesen einen Lebensraum. Außerdem fressen die Frösche und Kröten Insekten und Schnecken, wodurch Insekten- und Schneckenplagen vermieden werden können.
Wildblumen
Indem man die Ackerränder unbewirtschaftet (also ungedüngt) lässt, bekommen Wildblumen wieder eine Chance, hier zu wachsen. In der konventionellen Landwirtschaft sind die Feldblumen (wie Kornblumen) durch Kunstdünger und die Ausbringung überschüssiger Gülle nahezu vollständig verschwunden. Auf den sauberen Böden der biologischen Landwirtschaftsbetriebe finden Wildblumen wieder einen Lebensraum. Außerdem ziehen die Blumenränder nützliche Insekten an, die die schädlichen Insekten vertilgen.
Vögel
Fast alle Bio-Obstbauern haben Nistkästen für Vögel aufgehängt. Meistens ein oder zwei Falkenkästen oder Eulenkästen, weil diese Vögel die Mäuse fangen. Zudem hat eine Obstplantage häufig Dutzende von Meisenkästen. Meisen (vor allem Kohlmeisen) sind sehr nützlich, weil sie Raupen und Insekten fressen.
Kleine Raubtiere
Die meisten Biobetriebe haben rund um ihre Äcker und Grundstücke Baumhecken, sogenannte Wallhecken, angepflanzt. Diese schützen das Land teilweise gegen Wind, ziehen aber auch zahlreiche Lebewesen an, z. B. Insekten, Vögel und kleine Raubtiere wie Marder, Wiesel und manchmal sogar Dachse. Alle diese Tiere helfen bei der Entstehung eines natürlichen Gleichgewichts.
Lecker und gesund
Biologische Produkte sind lecker und gesund. An erster Stelle sind sie gesünder, weil keine chemischen Hilfsstoffe darin enthalten sind. Zudem enthält biologisch angebautes Obst und Gemüse häufig mehr Vitamine und Mineralstoffe. Durchschnittlich enthalten Bio-Orangen 27 % mehr Vitamin C als konventionelle Orangen. Das liegt daran, dass kein Kunstdünger auf dem Land eingesetzt wurde und die Nutzpflanzen in ihrem eigenen Tempo wachsen konnten. Ob darin wohl auch das Geheimnis des besseren Geschmacks liegt? Spitzenköche schicker Restaurants wählen Bioprodukte, weil sie besser schmecken und nicht so wässrig sind.



